Für eine Band, die scheinbar vom Kollaps lebt, ist es schlicht erstaunlich, dass dieses US-japanische Quartett inzwischen sein 31. Jahr feiert. Deerhoof hat sich längst als eine der größten Rockbands etabliert, die je diese Erde betreten haben. Wer das für Übertreibung hält, hat sie nicht live erlebt. Und doch veröffentlicht dieses furios einfallsreiche Quartett weiterhin neue Alben in der Taktung einer jungen Band, die noch immer hungrig nach dem ersten großen Durchbruch wirkt.

Jedes Album eröffnet eine bislang unbekannte Mischung: bonbonbunte Hard-Rock-Riffs treffen auf perkussive Free-Jazz-Ausbrüche, schräg kippende J-Pop-Hooks auf furchteinflößende Dissonanzen, präzise Gesellschaftskritik auf surrealen Humor. Darüber steht Satomi Matsuzakis unverwechselbarer Art, dessen unprätentiöse, ruhige Klarheit manchmal wirkt, als käme sie aus einer anderen stupid World als dem Strudel, den die Band entfesselt.

Diese Musik ist zugleich freudvoll und bedrohlich, kybernetisch und zutiefst menschlich. In ihr schwingt ein stiller, trotziger Optimismus: die Weigerung, sich Konventionen oder vermeintlich überlieferten Wahrheiten zu beugen.
Deerhoof ist von solchen Paradoxien geprägt und passt perfekt zum Klangfestival.

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For a band that seems to thrive on collapse, it’s simply amazing that this US/Japanese quartet is now celebrating their 31st year. Though Deerhoof long ago established itself as one of the greatest rock groups ever to stride the earth—and if you think that’s hyperbole, you haven’t seen them live—the furiously inventive quartet releases new albums on the schedule of a young band still hungry for its first break.

Each one discovers some previously unknown combination of candy-coated hard-rock riffs and free-jazz percussive freakouts, sideways J-pop hooks and fearsome dissonance, trenchant social commentary and surrealist humor. Fronting it all is Satomi Matsuzaki’s inimitable alto, whose plainspoken calm can seem strangely outside of the band’s maelstrom.

This music is joyful and foreboding, cybernetic and deeply human, carrying an implicit note of defiant optimism in their refusal to bow to convention or received wisdom. Deerhoof is defined by such paradoxes.

FR-10-Juli-2026

SA-11-Juli-2026

SO-12-Juli-2026